Donau-Kurier-Bericht vom 10.08.02

Manching (smd) Es ist in unserer schnelllebigen Gesellschaft nicht selbstverständlich, dass es Menschen gibt, die – aus welchen Gründen auch immer – anderen Menschen und vor allem Kindern aus der Dritten Welt direkt helfen. Aus der bitteren Erfahrung heraus, dass ihr elfjähriger Sohn Claudius vor zwei Jahren an einem Gehirntumor gestorben ist, haben die Eltern des Buben · Mathilde Kreil und Wenzel Bayerl aus Oberstimm · in dessen Sinne eine Stiftung gegründet. Der „Claudius-Bayerl-Stiftung“ wurde am 5. Dezember 2001 von der Regierung von Oberbayern die Genehmigung erteilt.

Der Stiftung stehen allein die Eltern als Vorstand vor. Das Ziel ist, Not leidende, von der Gesellschaft ausgestoßene Straßenkinder in Brasilien und Simbabwe zu unterstützen. Um die Spenden direkt zu verteilen, hat die Familie auch die Verwaltung der Stiftung übernommen. Mathilde Kreil versicherte in einem Gespräch mit unserer Zeitung, dass die Zinserträge aus dem Stiftungsgrundkapital und die Spenden zu 100 Prozent den hilfsbedürftigen Kindern zugute kommen. Garant für die ordnungsgemäße Verteilung ist Bischof Alfredo Schäffler. Er kümmert sich im Nordosten Brasiliens um die Ärmsten der Armen. Mit bewundernswertem Einsatz engagiert sich der Bischof dafür, den Kindern, die auf der Straße hausen, ein menschwürdiges Leben zu ermöglichen.

Mit Spendengeldern baute er bereits vier Tagesstätten für die Straßenkinder auf. In der Ortschaft Teresina kommen täglich bis zu 600 hungrige Kinder, in den drei neu gegründeten Zentren in Parnaiba sind es 250 Straßenkinder, die aufgenommen werden können. Die jungen Menschen bekommen dort nicht nur eine dringend benötigte Mahlzeit, sondern können auch handwerkliche Fähigkeiten erlernen.

Ein zweites Projekt in Simbabwe in Afrika ist ebenfalls ganz dringend auf Gelder angewiesen und wird von der Stiftung der Familie aus Oberstimm unterstützt. Ein Lager mit über 40 000 Menschen, davon über die Hälfte Kinder, besteht nur aus winzigen Hütten aus Plastik, Pappe und Blech. Diese Menschen werden kaum oder gar nicht mehr versorgt. Inmitten dieser trostlosen Ansiedlung wird von Schwester Tarisai ein Vorschulprojekt aufgebaut.

Bischof Alfredo Schäffler, der die Projekte in Brasilien leitet und seit Jahren von der Künstlerin Lia Steib aus Ingolstadt unterstützt wird, wird im Oktober nach Ingolstadt kommen und einen Vortrag über die Projekte halten. Auch die Familie Kreil-Bayerl möchte mit einem Benefizkonzert am Mittwoch, 14. August, dem zweiten Todestag von Claudius, um 19.30 Uhr in der Pfarrkirche in Oberstimm durch freiwillige Spenden die größte Not lindern helfen. Die Schirmherrschaft für das Konzert hat Altbürgermeister Albert Huch übernommen. Künstlerinnen und Künstler aus der Region Ingolstadt bringen klassische Werke unter anderem von Händel, Telemann, Liszt und Mozart zur Aufführung. Pater Manfred Laschinger, Steinerskirchen, spricht einleitende Worte zu den Projekten der Stiftung. Rainer Maier führt durch das musikalische Programm.

DONAUKURIER , Max Schmidtner, 10.08.2002, 00:08

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