Donau-Kurier-Bericht vom 24.10.02

Dom Alfredo Schäffler: Dank für Spenden

Ingolstadt (e) Mit einem Besuch in Ingolstadt bedankte sich Dom Alfredo Schäffler bei seinen Spendern im Ingolstädter Raum: bei der Künstlerin Lia Steib, die seit fast 20 Jahren für Straßenkinder in Brasilien malt und inzwischen schon über 71 000 €; für Projekte von Dom Alfredo Schäffler spendete, sowie bei den Vorsitzenden der „Claudius-Bayerl-Stiftung“, die seine Aktivitäten ebenfalls unterstützt. Begeistert erzählte Schäffler,
wie viel Gutes das in Deutschland gespendete Geld in den Straßenkinderprojekten bringt. Er betonte, dass die Not im Nordosten Brasiliens für Europäer kaum vorstellbar ist. Das durchschnittliche Jahreseinkommen beträgt dort 830 €, während es im brasilianischen Durchschnitt 4000 € sind. Auch die Arbeitslosenquote ist sehr hoch, in Teresina beträgt sie 40 Prozent. Mit seiner Berufung zum Bischof verließ er vor zwei Jahren die Region Teresina, um nach Parnaiba zu gehen. Erleichtert berichtete er, dass sein Nachfolger das Engagement für Straßenkinder fortsetze.
In und um Teresina gibt es inzwischen 36 Zentren für Straßenkinder, in denen täglich 5000 Kinder mit Reis und Bohnen versorgt werden. Begeistert erzählte Dom Alfredo von der Aktion: „Weihnachten ohne Hunger“: Jugendliche organisierten ein Fest und verlangten als Eintritt zwei Kilogramm Lebensmittel. Es kam eine Summe von 6000 Kilo zusammen, die die jungen Menschen an hungernde Familien verteilten, damit diese
wenigsten an Weihnachten etwas zu essen hatten.

Als Dom Alfredo Schäffler im Jahr 2000 zum Bischof der Diözese Parnaiba ernannt wurde, wies er bereits bei der ersten öffentlichen Einführung darauf hin, dass die Kinder im Müll nach Essbarem wühlen müssen: „Man kann nicht Eucharistie feiern, wenn man nicht alles daransetzt, diese Missstände zu beseitigen.“ Er begann auch an seiner neuen Wirkungsstätte sofort mit dem Bau von Straßenkinderzentren. Inzwischen existieren in der Diözese Parnaiba vier Häuser, die insgesamt über 200 Kinder versorgen. Ein fünftes Zentrum, „Santa Tereshina“, wird gerade gebaut, das etwa 50 Kinder aufnehmen kann. „Innerhalb von zwei Monaten wird ein solches Gebäude fertig gestellt; es ist einfach in der Ausstattung und auch
nicht allzu teuer“, wie Dom Alfredo betont; pro Quadratmeter muss er mit umgerechnet etwa 70 €; rechnen. Ein akutes Problem in der Gegend
von Parnaiba ist die Wasserversorgung; Brunnen mit sauberem Wasser gibt es sehr wenige. Immer wieder trinken kleine Kinder aus Wasserläufen, die stark verschmutzt sind, wodurch es bei den Kindern zu Entzündungen, zu Wurmbefall und zu Durchfall kommt.

DONAUKURIER, 24.10.2002

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