23. Jahresbericht

Die Claudius Bayerl Stiftung besteht inzwischen seit 23 Jahren – sie wurde am 5.12.2001 als Vermächtnis unseres verstorbenen Sohnes Claudius Bayerl ins Leben gerufen. Mit diesem 23. Jahresbericht stellen wir die Aktivitäten im Jahr 2024 dar.

In diesem Jahr lag das Spendenaufkommen bei knapp über 30.000 € und ermöglicht und gewährleistet die so wichtige und kontinuierliche Unterstützung für die Straßenkinder!

Einige Aktivitäten im Jahr 2024 sollen hier besonders aufgeführt werden:

  • Die Kollekte des ökumenischen Gottesdienstes sowie des Jahresabschlussgottesdienstes der evangelischen Kirchengemeinde Manching kam wieder den Straßenkindern zu Gute – ein herzliches Dankeschön an den Kirchenvorstand und an die Kirchenbesucher.
  • Familie Schweiger aus Oberstimm erzielte wieder eine stattliche Summe, indem sie auch 2024 viele Barthelmarktbesucher auf ihrem Anwesen parken ließ und um eine Spende für die Stiftung bat.
  • Am 21.09.2024 fand in der Wallfahrtskirche am Kalvarienberg in Pobenhausen ein Benefizkonzert für die Claudius Bayerl Stiftung statt – mit meisterhaften Klängen drei verschiedener Musikgruppen: vom Blechbläserquartett „quattro stagioni“, dem Duo Ziachzupfer und dem Klarinettentrio Rainer Maier. Insgesamt wurden 1800.- € gespendet
  • Vom 30.11.-01.12.2024 gab es zum zweiten Mal einen Stand am Christkindlmarkt Oberstimm: von Angelika Bayerl wurden selbstgestaltete Weihnachtskarten und Karten zu besonderen Anlässen sowie mit der „Dotting-Technik“ verzierte Büchlein und Steine verkauft. Zudem hat die Künstlerin Lia Steib Aquarelle zum Verkauf gespendet – ganz herzlichen Dank! Der Gewinn der handgefertigten Geschenke sowie die großzügigen Spenden gingen zugunsten unserer Straßenkinderprojekte in Brasilien und Simbabwe.
  • Auch wurden wieder mehrere „runde Geburtstagsfeiern“ im Freundes- und Verwandtenkreis abgehalten, wo die Jubilarinnen und Jubilare auf Geschenke verzichteten. Dadurch kamen große Summen für die Straßenkinder zusammen. An die Geburtstagskinder und an alle geladenen Gäste ein ganz herzliches Dankeschön für diese Großzügigkeit! Auch bei einer Beerdigung wurde wieder gebeten, statt Blumen eine Spende an die Stiftung zu überweisen – auch für diese Spenden bedanken wir uns ganz herzlich.

Die gespendeten Gelder wurden auch 2024 wieder für die bereits bekannten Projekte verwendet:

1. Unterstützung von Kindern in Simbabwe

In Simbabwe ist der Hunger erschütternd: über die Hälfte der Bevölkerung hungert. Die Welthungerhilfe schätzt die Lage in Simbabwe als „sehr ernst“ ein, die höchste Stufe des Welthungerindex. Die Arbeitslosigkeit ist weiter äußerst hoch und es ist bisher keine Veränderung in Sicht. Obwohl es kaum vorstellbar ist, steigt die Inflationsrate immer weiter an, was extreme Preissteigerungen zur Folge hat. Viele Eltern sind kaum mehr in der Lage, ihre Kinder mit Nahrung zu versorgen, geschweige denn, für Schulgelder oder medizinische Versorgung aufzukommen, denn auch die Schulgebühren für Kinder wurden massiv angehoben. Auch hat der Staat kein Geld mehr für die Müllabfuhr – entsprechend türmen sich die Abfälle am Straßenrand.

  1. Unterstützung der Suppenküche „Trust Lord Orphan Care“ in Kambuzuma

In der Suppenküche „Lord Orphan Care“ in Kambuzuma, einem Vorort der Hauptstadt Harare, werden seit nunmehr 16 Jahren täglich 80 bis 100 Kinder und Jugendliche versorgt. Die Eltern dieser Kinder sind entweder extrem arm, verstorben oder sehr krank und können sich dadurch nicht um die Kinder kümmern. Oftmals leben diese Kinder in den armseligen Behausungen ihrer Verwandten, wo sie mehr geduldet als erwünscht sind. Engagierte ehrenamtlich tätige Helferinnen und Helfer, die teilweise selber als Waisenkinder aufgewachsen sind, kümmern sich darum, dass diese Kinder trotz der widrigen Lebensumstände morgens und abends mit warmer Nahrung versorgt werden. Auch am Nachmittag werden die Kinder betreut und bei ihren Hausaufgaben unterstützt. Für Schulgebühren, für Kleidung, warme Decken, für Seifen, Zahnbürsten und andere Hygieneartikel wird ebenfalls gesorgt. Wenn ein Kind krank ist, werden die Kosten für Arztbesuche und nötige Operationen von Spendengeldern bezahlt. So konnte z.B. das Leben eines jungen Mädchens mit Blinddarmdurchbruch gerettet werden.

Die Suppenküche kann sich inzwischen zum Teil selber finanzieren durch das Halten von Hühnern und dem dadurch möglichen täglichen Verkauf von etwa 30 Eiern und durch den Verkauf von Uniformen, die in der Nähwerkstatt genäht werden und guten Absatz finden.

In der ganzen Umgebung hat die Suppenküche einen guten Ruf und die Menschen wissen, dass bedürftige Kinder dort Hilfe erfahren. Den Kindern bliebe ohne das Essen und die Möglichkeit des Schulbesuchs nur das Betteln auf der Straße oder das Wühlen im Müll nach Essen und brauchbaren Gegenständen.

Um dem Kreislauf von Armut, Hunger und Betteln zu entkommen, ist es sehr wichtig, dass auch die Jugendlichen eine berufliche Perspektive erhalten. So wird viel Energie verwendet, um sie beim Finden einer Ausbildungsstelle zu unterstützen, wo sie auch ein Abschlusszertifikat erhalten, um am Ende der Ausbildung die Aussicht auf eine bezahlte Arbeit zu haben. So werden in der Nähwerkstatt weiterhin Näherinnen ausgebildet; auch Schwesternhelferinnen, Köchinnen, Friseure, Gärtner, Köche und Schweißer wurden wieder ausgebildet. Einigen Jugendlichen mit einer fertigen Schweißerausbildung wurde ein Schweißgerät als Leihgabe finanziert. Sie haben sich verpflichtet, einen Teil ihres Lohns zu verwenden, um das Schweißgerät langsam abzuzahlen. Eine ausgelernte Schneiderin hat vier neue Schülerinnen angenommen, die sie ausbildet.

b) Engagement für Kinder von blinden Müttern im Slumviertel von Epworth: „Ray of Vision“

Auch die Unterstützung der Kinder von blinden Müttern im Slumviertel Epworth, am Rande von Harare, ging 2024 weiter: Das seit 2016 angemietete kleine Haus mit Garten ist nach wie vor wöchentlicher Treffpunkt für 22 blinde Mütter mit ihre etwa 90 Kindern. Bei diesen Treffen, die den blinden Frauen sehr wichtig geworden sind, können sie sich austauschen, singen, beten, tanzen und an Vorträgen teilnehmen. Mittags kommen die Schulkinder und es gibt für alle eine warme Mahlzeit. An drei Nachmittagen üben die Schülerinnen und Schüler lesen, schreiben und rechnen. Auch sie bekommen Kleidung und Hygieneartikel. Aufgrund der mehrjährigen Unterstützung ist es gelungen, das Betteln zu reduzieren. Da auch das Schulgeld bezahlt wird, können die Kinder die Schule besuchen.

In dem kleinen Haus werden inzwischen zusätzlich etwa 22 Straßenkinder vom 2020 gegründeten Projekt „Freedom from hunger mit Nahrung versorgt. Wie bereits berichtet, hat ein ehemaliges Straßenkind zusammen mit ihrem Mann und inzwischen einer weiteren Helferin aufgrund der starken Not der Straßenkinder dieses Projekt gegründet. Freiwillige Helferinnen und Helfer versorgen hungernde und teilweise kranke Kinder im Alter von 3-16 Jahren. Sie bekommen eine warme Mahlzeit und werden unterstützt bei dringend benötigen Arzt- und Klinikbesuchen. Während in der Vergangenheit in unregelmäßigen Abständen unterrichtet wurde, sind inzwischen mehrere Frauen bereit, die Kindern kontinuierlich zu unterrichten. Den Kindern geht es inzwischen gesundheitlich merklich besser. Die Familien der Kinder werden mit Lebensmitteln und mit warmen Decken für die kalten Winternächte versorgt.

Auch diese Jugendlichen werden unterstützt beim Finden von Ausbildungsmöglichkeiten z.B. als Schweißer, Näherin, Friseurin, Schreiner oder Gärtner. Für Computer- und Schwesternhelferinnenkurse wurden ebenfalls die Gebühren bezahlt. Die Kinder und Jugendlichen kümmern sich weiter um den großen Garten rund um das angemietete Haus und ernten wertvolles Obst und Gemüse. Neben den beruflichen Fähigkeiten wird durch die Arbeit das Selbstbewusstsein gefördert und sie sind zu Vorbildern für andere Heranwachsende geworden. Obwohl der Verdienst nach der Ausbildung nicht sehr hoch ist (ca. 150 $ pro Monat), sind sie in der Lage, mit ihrer Arbeit ihre Familien zu unterstützen.

2. Unterstützung von Straßenkindern in Parnaíba – im Nordosten Brasiliens

Das Amazonasbecken, das wasserreichste Gebiet der Erde, das sich über neun Bundesstaten erstreckt, erlebt die schlimmste Trockenheit seit 120 Jahren. Die Pegelstände der wichtigsten Flüsse sind so schnell gesunken wie nie zuvor. Als Folge treten gravierende Schäden für Pflanzen und Tiere auf. Es gibt riesige Probleme für die Versorgung von Siedlungen und Städten über die Wasserwege. Insbesondere im Südosten von Brasilien konzentriert sich die Wohnungslosigkeit. Die Zahl der obdachlosen Menschen in Brasilien ist im ersten Quartal 2025 leicht angestiegen. Seit 2013 steigen die Zahlen kontinuierlich an. Von 22.900 Obdachlosen wuchs die Zahl bis 2025 auf das 14,6-Fache. Das »Zisternen für Alle«-Programm wird durch die Bundesregierung über das Ministerium für Entwicklung, Sozialhilfe, Familie und Hungerbekämpfung (MDS) finanziert. Es gibt kaum ein Land, in dem die Schere zwischen Arm und Reich so weit auseinanderklafft wie in Brasilien – und der Nordosten, das Armenhauss Brasiliens, ist davon am meisten betroffen. Hier gedeihen Kriminalität, Drogenkonsum, Prostitution, und Straßenkinder sind diesen Gefahren am meisten ausgesetzt. Reichtum und Armut liegen in Brasilien dicht beieinander. Hunger, beschämende Armut, die Marginalisierung der Schwarzen und Indianer, vor allem jedoch die Konzentration des Landes in den Händen weniger machen das Leben für Millionen Menschen menschenunwürdig. Das Einkommen liegt im Nordosten um 40 Prozent unter dem im Süden Brasiliens. Die Lebenserwartung liegt bei nur 52 Jahren, 121 von 1000 Kindern sterben, bevor sie das sechste Lebensjahr erreicht haben. In der Küstenregion, die mehr und mehr vom internationalen Tourismus erschlossen wird, bieten sich mehr als 500.000 Mädchen als Prostituierte an. Zehn Millionen Kinder müssen sich ihren Lebensunterhalt selbst verdienen. Hunderttausende „Nordestinos“ verlassen Jahr für Jahr die ländlichen Gebiete auf der Suche nach einer Zukunftsperspektive. Sie sehen ihre Chance in den Großstädten – und landen in den Elendsvierteln.

Die wirtschaftliche Gesamtlage in Brasilien verbessert sich etwas. Präsident Luiz Inácio Lula da Silva hat die Sozialpolitik erneut auf die Tagesordnung gesetzt. Dass die Regierung Lula auch im stark umkämpften Bereich Arbeitspolitik Erfolge verzeichnet, bescheinigt der kürzlich erschienene Gewerkschaftsmonitor der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES). Genannt wird die Erhöhung des Mindestlohnes sowie Maßnahmen gegen sklavereiähnliche Arbeitsverhältnisse. 

Altbischof Alfredo Schäffler kümmert sich trotz seines Alters nach wie vor sehr aktiv um die von ihm aufgebauten Sozialzentren, koordiniert deren Unterstützung, verwaltet die Spendengelder und ist für uns Ansprechpartner bzgl. der gespendeten Gelder. Die Wasserknappheit im Nordosten Brasiliens ist nach wie vor ein großes Problem, weshalb weiter Kredite zum Bau von Zisternen vergeben werden. Das Programm zur Versorgung und Betreuung von jungen Frauen und deren Babys und Kleinkinder mit dem sogenannten „Vitaminbrei“ wurde im Jahr 2024 ebenfalls weitergeführt. Die Versorgung und Betreuung von Kindern im Sozialzentrum „São Claudio“ wird weiter unterstützt und auch die Nähkurse für Frauen werden nach der „Coronapause“ wieder angeboten.

Kontaktieren Sie uns gern für Fragen, Anregungen oder zusätzliche Informationen!

Termin vormerken: Benfizkonzert am 14. September mit Tuba4 & BK4

Am Sonntag, den 14. September 2025, 18:00 Uhr findet wieder ein Benefizkonzert in Pobenhausen statt, organisiert von Rainer Maier und Sepp Hartl – ganz herzlichen Dank an dieser Stelle.

Wir freuen uns auf die beiden Quartetts mit Tuba und Bassklarinette „Tuba4 und BK4“ in der Wallfahrtskirche auf dem Kalvarienberg in Pobenhausen.

Der Eintritt ist wieder kostenfrei, die erbetenen Spenden gehen zu 100% an unsere Straßenkinderprojekte in Simbabwe und in Brasilien.

Wir freuen uns schon jetzt auf das Konzert im September und auf Ihr Kommen!

Großzügige Spende von AmiciO

Ein herzliches Dankeschön geht an AmiciO, Verein zur Kinder- und Jugendförderung Oberstimm, e.V., für ihre großzügige Spende in Höhe von 600 Euro! Diese wunderbare Unterstützung ermöglicht es uns, unsere Straßenkinderprojekte in Brasilien und Simbabwe weiterhin tatkräftig zu fördern.

Die Spendenaktion begann mit einer kreativen Idee: als Bastelaktion wurden mit Kindern aus Oberstimm und Pichl viele verschiedene Armbänder aufgefädelt und geknüpft. Diese selbstgebastelten Hingucker wurden gegen eine Spende für die Claudius-Bayerl-Stiftung an Ständen vom Oberstimmer Christkindlmarkt und anderen weihnachtlichen Aktionen angeboten. Der Erfolg dieser Aktion wurde von AmiciO großzügig auf 600 Euro aufgerundet.

Die feierliche Übergabe des Betrags fand im Rahmen der Jahreshauptversammlung des Vereins statt.
Wir danken allen Beteiligten von Herzen für ihr Engagement!

Stand am Christkindlmarkt – 30.11.-01.12.2024

Auch in 2024 haben wir einen Stand am Oberstimmer Christkindlmarkt gehabt.

An dieser Stelle nochmal ganz herzlichen Dank für Ihrem Besuch!
Dabei wurden wieder knapp 1000€ eingenommen.

Am 30.11. und 01.12. haben wir uns sehr über Ihren Besuch auf dem Barthelmarktgelände in Oberstimm gefreut. Der Stand war wieder am gleichen Ort wie letztes Jahr: links neben der Krippe. Wir haben selbstgestaltete Weihnachtskarten und Karten zu besonderen Anlässen verkauft. Außerdem mit der Dotting-Technik verzierte Büchlein und Steine. Zudem hat die Künstlerin Lia Steib Aquarelle zum Verkauf gespendet – ganz herzlichen Dank! Der Gewinn der handgemachten Geschenke sowie die großzügigen Spenden gingen zugunsten unserer Straßenkinderprojekte in Brasilien und Simbabwe.


 

Abwechslungsreiches Benefizkonzert auf dem Kalvarienberg Pobenhausen

Am Samstag, 21.09.2024, fand in der Wallfahrtskirche am Kalvarienberg in Pobenhausen ein Benefizkonzert für die Claudius Bayerl Stiftung zur Unterstützung von Straßenkindern statt – mit meisterhaften Klängen drei verschiedener Musikgruppen: vom Blechbläserquartett „quattro stagioni“, dem Duo Ziachzupfer und dem Klarinettentrio Rainer Maier.

Zum Auftakt spielten „quattro stagioni“ ein Werk des italienischen Komponisten G. Gabrieli, einem der bedeutendsten Musiker der „Venezianischen Schule“ des 16. Jhd.  Anschließend begrüßte Mathilde Kreil, Vorstand der Stiftung, das Publikum und bedankte sich sehr herzlich bei den Musikerinnen und Musikern für ihr ehrenamtliches Engagement und  bei Rainer Maier, dem ehemaligen Leiter der Musikschule Schrobenhausen, für die Organisation des Konzerts.  Dann ließen die drei Gruppen abwechselnd ihre Instrumente erklingen: neben klassischen Stücken gab es von „quattro stagioni“ auch Volksweisen, das Trio Rainer Maier ließ berührende Werke von Haydn und Mozart auf den Karinetten erklingen und die Ziachzupfer spielten Walzer, Volksweisen und Pixner-Musik im Dreivierteltakt.

Das sehr kurzweilige musikalische Programm verzauberte das Publikum mit seinen intensiven, stimmungsvollen und mitreißenden Klängen. Durch die besondere Akustik der Kirche kamen die Instrumente der einzelnen Ensemblemitglieder voll zur Geltung. Am Ende des Konzerts wurde die vielseitige, brillante und virtuose Leistung der drei Ensembles vom begeisterten Publikum mit langem Beifall gewürdigt und die Musikerinnen und Musiker bedankten sich mit jeweils einer Zugabe.

Der Erlös des Benefizkonzerts von über 1800.- € kommt zu 100 Prozent den Straßenkinder-Projekten in Nordost-Brasilien und Simbabwe zugute.

Artikel aus der Schrobenhausener Zeitung vom 24.09.2024

22. Jahresbericht

22. Jahresbericht der Claudius Bayerl Stiftung

Die Claudius Bayerl Stiftung besteht inzwischen seit mehr als 22 Jahren – sie wurde am 5.12.2001 als Vermächtnis unseres verstorbenen Sohnes Claudius Bayerl ins Leben gerufen. Mit diesem 22. Jahresbericht stellen wir die Aktivitäten im Jahr 2023 dar.

In diesem Jahr lag das Spendenaufkommen bei fast 20.000 € und ermöglicht und gewährleistet die so wichtige und kontinuierliche Unterstützung für die Straßenkinder!

Einige Aktivitäten im Jahr 2023 sollen hier besonders aufgeführt werden:

  • Die Kollekte des ökumenischen Gottesdienstes sowie des Jahresabschlussgottesdienstes der evangelischen Kirchengemeinde Manching kam wieder den Straßenkindern zu Gute – ein herzliches Dankeschön an den Kirchenvorstand und an die Kirchenbesucher.
  • Familie Schweiger aus Oberstimm erzielte wieder eine stattliche Summe, indem sie auch 2023 viele Barthelmarktbesucher auf ihrem Anwesen parken ließ und um eine Spende für die Stiftung bat.
  • Zum ersten Mal gab es in diesem Jahr einen Stand am Christkindlmarkt Oberstimm – von Angelika Bayerl wurden selbstgestaltete Weihnachtskarten und Karten zu besonderen Anlässen sowie mit der „Dotting-Technik“ verzierte Büchlein und Steine verkauft zugunsten unserer Straßenkinderprojekte in Brasilien und Simbabwe.
  • Auch wurden wieder einige „runde Geburtstagsfeiern“ im Freundes- und Verwandtenkreis abgehalten, wo die Jubilarinnen und Jubilare auf Geschenke verzichteten. Dadurch kamen große Summen für die Straßenkinder zusammen. An die Geburtstagskinder und an alle geladenen Gäste ein ganz herzliches Dankeschön für diese Großzügigkeit! Auch bei einer Beerdigung wurde wieder gebeten, statt Blumen eine Spende an die Stiftung zu überweisen – auch für diese Spenden bedanken wir uns ganz herzlich.

Die gespendeten Gelder wurden auch 2023 wieder für die bereits bekannten Projekte verwendet:

1. Unterstützung von Straßenkindern in Parnaíba – im Nordosten Brasiliens

Wie aus statistischen Aufzeichnungen hervorgeht, ist in den vergangenen Jahren die Zahl der hungernden Menschen in Brasilien wieder angestiegen – im Jahr 2023 waren es den Statistiken zufolge 33 Millionen hungernde Menschen. Der im Oktober 2022 mit knapper Mehrheit gewählte brasilianische Staatspräsident Luiz Inácio Lula da Silva rief deshalb nach seiner Wahl den Plan „Brasilien ohne Hunger“ aus – mit dem Ziel, den Hunger in Brasilien bis 2030 zu beenden. Zu den großen politischen Herausforderungen in diesem großen Land zählt neben dem Kampf gegen Hunger und Armut auch die extrem ungleiche Verteilung von Besitz und Einkommen; immer wieder kommt es in der brasilianischen Gesellschaft zu Unruhen und Protestkundgebungen und die Bevölkerung ist sehr gespalten.

Auch die wirtschaftliche Situation im Nordosten Brasiliens hat sich im Jahr 2023 nicht verbessert. Nach wie vor leben viele Menschen in extremer Armut. Durch die hohe Arbeitslosigkeit finden die Menschen oft keine Festanstellung, sind dadurch nicht krankenversichert und verdienen als Gelegenheitsarbeitende sehr wenig Geld. Auch die hygienischen Bedingungen, die schlechte medizinische Versorgung und die hohen Inflationsraten sind für diese Menschen eine große tägliche Herausforderung.

Altbischof Alfredo Schäffler kümmert sich trotz seines Alters nach wie vor sehr aktiv um die von ihm aufgebauten Sozialzentren, koordiniert deren Unterstützung, verwaltet die Spendengelder und ist für uns Ansprechpartner bzgl. der gespendeten Gelder.

Die Wasserknappheit im Nordosten Brasiliens ist nach wie vor ein großes Problem, weshalb weiter Kredite zum Bau von Zisternen vergeben werden. Das Programm zur Versorgung und Betreuung von jungen Frauen und deren Babys und Kleinkinder mit dem sogenannten „Vitaminbrei“ wurde im Jahr 2023 ebenfalls weitergeführt. In den Sozialzentren werden Kinder mit Essen versorgt und schulisch betreut – auch das von der Stiftung erbaute Zentrum „São Claudio“ erhält Unterstützung; die dort durchgeführten Nähkurse für Frauen werden nach der „Coronapause“ wieder angeboten.

2. Unterstützung von Kindern in Simbabwe

Obwohl die wirtschaftliche Lage in Simbabwe bisher bereits katastrophal war, hat die Armut durch die Auswirkungen von Corona nochmal deutlich zugenommen. Es gibt auf den Märkten weniger Verkaufsstände, weniger Händler und die Stimmung ist insgesamt sehr gedrückt. Der Hunger im Land ist erschütternd: über die Hälfte der Bevölkerung hungert. Die Welthungerhilfe schätzt die Lage in Simbabwe als „sehr ernst“ ein, die höchste Stufe des Welthungerindex. Die Arbeitslosigkeit ist weiter äußerst hoch und es ist bisher keine Veränderung in Sicht. Obwohl es kaum vorstellbar ist, steigt die Inflationsrate immer noch weiter, was extreme Preissteigerungen zur Folge hat. Viele Eltern sind kaum mehr in der Lage, ihre Kinder mit Nahrung zu versorgen, geschweige denn, für Schulgeld oder medizinische Versorgung aufzukommen, denn die Schulgebühren wurden massiv angehoben. Auch hat der Staat kein Geld für die Müllabfuhr – entsprechend türmen sich die Abfälle am Straßenrand.

a) Unterstützung der Suppenküche „Trust Lord Orphan Care“ in Kambuzuma

In der Suppenküche „Lord Orphan Care“ in Kambuzuma, einem Vorort der Hauptstadt Harare, werden seit 16 Jahren täglich 80 bis 100 Kinder und Jugendliche versorgt. Die Eltern dieser Kinder sind entweder extrem arm, verstorben oder sehr krank und können sich dadurch nicht um die Kinder kümmern. Oftmals leben diese Kinder in den armseligen Behausungen ihrer Verwandten, wo sie mehr geduldet als erwünscht sind. Engagierte ehrenamtlich tätige Helferinnen und Helfer, die teilweise selber als Waisenkinder aufgewachsen sind, kümmern sich darum, dass diese Kinder trotz der widrigen Lebensumstände morgens und abends mit warmer Nahrung versorgt werden. Auch am Nachmittag werden die Kinder betreut und bei ihren Hausaufgaben unterstützt. Für Schulgebühren, für Kleidung, warme Decken, für Seifen, Zahnbürsten und andere Hygieneartikel wird ebenfalls gesorgt. Wenn ein Kind krank ist, werden die Kosten für Arztbesuche und nötige Operationen von Spendengeldern bezahlt. So konnte z.B. das Leben eines jungen Mädchens mit Blinddarmdurchbruch gerettet werden.

Die Suppenküche kann sich inzwischen zum Teil selber finanzieren durch das Halten von Hühnern und dem dadurch möglichen täglichen Verkauf von etwa 30 Eiern und durch den Verkauf von Uniformen, die in der Nähwerkstatt genäht werden und guten Absatz finden.

In der ganzen Umgebung hat die Suppenküche inzwischen einen guten Ruf und die Menschen wissen, dass bedürftige Kinder dort Hilfe erfahren. Den Kindern bliebe ohne das Essen und die Möglichkeit des Schulbesuchs nur das Betteln auf der Straße oder das Wühlen im Müll nach Essen und brauchbaren Gegenständen.

Um dem Kreislauf von Armut, Hunger und Betteln zu entkommen, ist es sehr wichtig, dass auch die Jugendlichen eine berufliche Perspektive erhalten. Daher werden Sie tatkräftig bei der Suche einer Ausbildungsstelle mit Abschlusszertifikat unterstützt, um am Ende der Ausbildung die Aussicht auf eine bezahlte Arbeit zu haben. So werden in der Nähwerkstatt weiterhin NäherInnen ausgebildet; auch SchwesternhelferInnen, KöchInnen, FriseurInnen, GärtnerInnen, KöchInnen und SchweißerInnen wurden 2023 ausgebildet. Ein junger Mann konnte die Ausbildung als Baggerführer abschließen, ein andere begann eine Lehre als Elektroinstallateur, einigen Jugendlichen wurden Computerkurse bezahlt. Eine neue Idee ist die Zucht von essbaren Pilzen, die scheinbar guten Absatz finden. Einigen Jugendlichen mit einer fertigen Schweißer-Ausbildung wurde ein Schweißgerät als Leihgabe finanziert. Sie haben sich verpflichtet, einen Teil ihres Lohns zu verwenden, um das Schweißgerät langsam abzuzahlen. Eine ausgelernte Schneiderin hat vier neue Schülerinnen angenommen, die sie ausbildet.

b) Engagement für Kinder von blinden Müttern im Slumviertel von Epworth: „Ray of Vision“

Auch die Unterstützung der Kinder blinder Mütter im Slumviertel Epworth, am Rande von Harare, ging 2023 weiter: Das seit 2016 angemietete kleine Haus mit Garten ist nach wie vor wöchentlicher Treffpunkt für 22 blinde Mütter mit ihren etwa 90 Kindern. Bei diesen Treffen, die den blinden Frauen sehr wichtig geworden sind, können sie sich austauschen, singen, beten, tanzen und an Vorträgen teilnehmen. Mittags kommen die Schulkinder und es gibt für alle eine warme Mahlzeit. An drei Nachmittagen üben die Schülerinnen und Schüler lesen, schreiben und rechnen. Auch sie bekommen Kleidung und Hygieneartikel. Aufgrund der mehrjährigen Unterstützung ist es gelungen, das Betteln zu reduzieren. Da auch das Schulgeld bezahlt wird, können die Kinder die Schule besuchen.

In dem kleinen Haus werden inzwischen zusätzlich etwa 22 Straßenkinder versorgt vom Projekt „Freedom from hunger“, das 2020 gegründet wurde. Wie bereits berichtet, hat ein ehemaliges Straßenkind zusammen mit ihrem Mann und inzwischen einer weiteren Helferin aufgrund der starken Not der Straßenkinder dieses Projekt gegründet – anfangs durch Anmieten eines Zeltes. Freiwillige Helferinnen und Helfer versorgen hungernde und teilweise kranke Kinder im Alter von 3-16 Jahren. Sie bekommen eine warme Mahlzeit und werden unterstützt bei dringend benötigen Arzt- und Klinikbesuchen. Während in der Vergangenheit in unregelmäßigen Abständen unterrichtet wurde, sind inzwischen mehrere Frauen bereit, die Kindern kontinuierlich zu unterrichten. Den Kindern geht es inzwischen gesundheitlich merklich besser. Die Familien der Kinder werden mit Lebensmitteln und mit warmen Decken für die kalten Winternächte versorgt.

Auch diese Jugendlichen werden unterstützt beim Finden von Ausbildungsmöglichkeiten z.B. als SchweißerIn, NäherIn, FriseurIn, SchreinerIn oder GärtnerIn. Für Computer- und Schwesternhelferinnenkurse wurden ebenfalls die Gebühren bezahlt. Vor allem die Jugendlichen kümmern sich weiter um den großen Garten rund um das angemietete Haus und ernten wertvolles Obst und Gemüse. Neben den beruflichen Fähigkeiten wird durch die Arbeit das Selbstbewusstsein und -wirksamkeit gefördert, wodurch sie zu Vorbildern für andere Heranwachsende geworden sind. Obwohl der Verdienst nach der Ausbildung nicht sehr hoch ist (ca. 150 $ pro Monat), sind sie in der Lage, mit ihrer Arbeit ihre Herkunftsfamilien zu unterstützen oder selber eine Familie zu gründen.

Kontaktieren Sie uns gern für Fragen, Anregungen oder zusätzliche Informationen!

Benefizkonzert in Pobenhausen

Am 21. September 2024 folgt unser nächstes Benefizkonzert. In der Wallfahrtskirche Kalvarienberg in Pobenhausen erwarten Sie das Blechbläserquartett Quattro Stagioni, das Duo Ziachzupfer sowie das Klarinettentrio Rainer Maier. Beginn ist um 18:00 Uhr. Der Eintritt ist frei, die eingehenden Spenden gehen wie immer zu 100% an unsere Straßenkinderprojekte in Simbabwe und Brasilien. Wir freuen uns sehr auf Ihr Kommen!

Stand am Christkindlmarkt in Oberstimm

Zum ersten Mal sind wir dieses Jahr mit einem Stand am Christkindlmarkt Oberstimm vertreten. Der Markt findet vom 02.-03.12.2023 statt, Start am Samstag um 14:00 Uhr, am Sonntag ab 12:00 Uhr. Wir verkaufen selbstgestaltete Weihnachtskarten und Karten zu besonderen Anlässen sowie mit der Dotting-Technik verzierte Büchlein und Steine. Der Gewinn der handgemachten Geschenke geht zugunsten unserer Straßenkinderprojekte in Brasilien und Simbabwe.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

21. Jahresbericht

Die Claudius Bayerl Stiftung besteht inzwischen seit 21 Jahren – sie wurde am 5.12.2001 als Vermächtnis unseres verstorbenen Sohnes Claudius Bayerl ins Leben gerufen. Mit dem 21. Jahresbericht stellen wir die Aktivitäten im Jahr 2022 dar.

Das Spendenaufkommen in diesem Jahr lag bei fast 20.000 € – die so wichtige und kontinuierliche Unterstützung für die Straßenkinder kann dadurch weiter gewährleistet werden!

Einige Aktivitäten im Jahr 2022 sollen hier besonders aufgeführt werden:

  • Wie bereits berichtet, hat Familie Maier aus Oberstimm im Mai ein Wohnzimmer-Benefizkonzert für die Claudius Bayerl Stiftung veranstaltet –  ganz herzlichen Dank dafür!
  • Die Kollekte des ökumenischen Gottesdienstes sowie des Jahresabschlussgottesdienstes der evangelischen Kirchengemeinde Manching kam wieder den Straßenkindern zu Gute – ein herzliches Dankeschön an den Kirchenvorstand und an die Kirchenbesucher.
  • Da 2022 wieder ein Barthelmarkt stattfand, konnte Familie Schweiger aus Oberstimm ihre Aktion fortführen: sie ließen viele Barthelmarktbesucher auf ihrem Anwesen parken und baten um eine Spende für die Stiftung, hierbei wurde wieder eine stattliche Summe erzielt.
  • Auch wurden wieder einige „runde Geburtstagsfeiern“ im Freundes- und Verwandtenkreis abgehalten, wo die Jubilarinnen und Jubilare auf Geschenke verzichteten. Dadurch kamen große Summen für die Straßenkinder zusammen. An die Geburtstagskinder und an alle geladenen Gäste ein ganz herzliches Dankeschön für diese Großzügigkeit! Auch bei einer Beerdigung wurde gebeten, statt Blumen eine Spende an die Stiftung zu überweisen – auch für diese Spenden bedanken wir uns herzlich.

Die gespendeten Gelder wurden auch 2022 wieder für die bereits bekannten Projekte verwendet:

1. Unterstützung von Straßenkindern in Parnaíba (Nordosten Brasilien)

Auch im Jahr 2022 verbesserte sich die wirtschaftliche Situation in Brasilien nicht. Es herrscht weiterhin eine sehr hohe Arbeitslosigkeit, vor allem auf dem Sektor der Geringverdiener. Die Zahl der Armen stieg immer noch an und die Einkommensunterschiede in Brasilien sind weiter extrem groß. Nach wie vor leben viele Menschen im Land in extremer Armut, haben schwierige hygienische Bedingungen, schlechte medizinische Versorgung und müssen mit einer hohen Inflationsrate zurechtkommen.

Mit Altbischof Alfredo Schäffler sind wir weiterhin in regelmäßigem Austausch und erfahren, wie die gespendeten Gelder eingesetzt werden. Mit Hilfe von Pater Dr. Heinrich Hegemann koordiniert er die Unterstützung der Sozialzentren und verwaltet die Spendengelder. Da auch im Jahr 2022 durch die Pandemie die Sozialzentren noch teilweise geschlossen bleiben mussten, wurden wieder durch sehr engagierte freiwillige Menschen die Lebensmittelpakete an die bedürftigen Kinder und deren Familien verteilt.

Auch die Wasserknappheit im Nordosten Brasiliens ist nach wie vor ein großes Problem, sodass weiter Kredite zum Bau von Zisternen gegeben werden. Auch das Programm zur Versorgung und Betreuung von jungen Frauen und deren Babys und Kleinkinder mit dem sogenannten „Vitaminbrei“ wurde weitergeführt. Nachdem es die Corona-Lockerungen zuließen, wurden im Sozialzentrum „São Claudio“ –  neben der Versorgung und Betreuung von Kindern – auch wieder die Nähkurse für Frauen angeboten.

2. Unterstützung von Kindern in Simbabwe

Auch in Simbabwe ist die wirtschaftliche Situation nach wie vor katastrophal und das Land befand sich auch 2022 in einer massiven wirtschaftlichen Krise. Der Hunger im Land ist erschütternd: über die Hälfte der Bevölkerung hungert. Die Welthungerhilfe schätzt die Lage in Simbabwe als „sehr ernst“ ein, die höchste Stufe des Welthungerindex. Die Arbeitslosigkeit ist weiter äußerst hoch und es ist bisher keine Veränderung in Sicht. Obwohl es kaum vorstellbar ist, steigt die Inflationsrate immer weiter an, was extreme Preissteigerungen zur Folge hat.  Die allermeisten Eltern sind kaum mehr in der Lage, ihre Kinder mit Nahrung zu versorgen, geschweige denn, für Schulgelder oder medizinische Versorgung aufzukommen, denn auch die Schulgebühren für Kinder wurden massiv angehoben.

a) Unterstützung der Suppenküche „Trust Lord Orphan Care“ in Kambuzuma

In Kambuzuma, einem Vorort der Hauptstadt Harare, werden seit nunmehr 15 Jahren in der Suppenküche „Lord Orphan Care“ täglich 80 bis 100 Kinder und Jugendliche betreut. Die Eltern dieser Kinder sind meist verstorben oder sehr krank und können sich dadurch nicht um die Kinder kümmern. Oftmals leben diese Kinder in den armseligen Behausungen ihrer Verwandten, wo sie mehr geduldet als erwünscht sind. Engagierte ehrenamtlich tätige Helferinnen und Helfer, die teilweise selber als Waisenkinder aufgewachsen sind, kümmern sich darum, dass diese Kinder trotz der widrigen Lebensumstände morgens und abends mit warmer Nahrung versorgt werden. Auch am Nachmittag werden die Kinder betreut. Für Schulgebühren, für Kleidung, warme Decken, Seifen und andere Hygieneartikel wird ebenfalls gesorgt. Wenn ein Kind krank ist, werden die Kosten für Arztbesuch und Behandlung von Spendengeldern bezahlt. Den Jugendlichen werden einfache Ausbildungen geboten in einer Nähwerkstatt, als Gärtner und als Schweißer. Durch entsprechende Hygienemaßnahmen konnten die Kinder durchgehend mit Nahrung versorgt werden.

b) Engagement für Kinder von blinden Müttern im Slumviertel von Epworth: „Ray of Vision“

Auch die blinden Mütter mit ihren Kindern im Slumviertel Epworth, am Rande von Harare, wurden weiter unterstützt: Das seit 2016 angemietete kleine Haus mit Garten ist nach wie vor wöchentlicher Treffpunkt für 22 blinde Mütter mit ihre etwa 90 Kindern. Seit 2020 werden dort zusätzlich 22 Straßenkinder mit Nahrung versorgt. Diese Treffen sind für die blinden Frauen sehr wichtig geworden. Sie können sich austauschen, singen, beten, tanzen und an Vorträgen teilnehmen. Mittags kommen die Schulkinder und es gibt für alle eine warme Mahlzeit. Pandemiebedingt konnten auch im Jahr 2022 die wöchentlichen Treffen nicht durchgängig stattfinden, doch wurden für die blinden Mütter und ihre Kinder Lebensmittelpakete gepackt, die sie abholten. An drei Nachmittagen üben die Schülerinnen und Schüler lesen, schreiben und rechnen. Aufgrund der mehrjährigen Unterstützung ist es gelungen, das Betteln sehr zu reduzieren. Da auch das Schulgeld bezahlt wird, können die Kinder die Schule besuchen.

Die Jugendlichen haben seit mehreren Jahren die Möglichkeit, eine Ausbildung z.B. als Schweißer, Näherin, Friseurin, Schreiner oder Gärtner zu absolvieren oder besuchen Computer- und Schwesternhelferinnenkurse. Auch kümmern sie sich nach wie vor um den großen Garten rund um das angemietete Haus und ernten wertvolles Obst und Gemüse. Neben den beruflichen Fähigkeiten wird durch die neue Herausforderung auch das Selbstbewusstsein gestärkt und sie fungieren inzwischen als Vorbilder für andere Heranwachsende. Diejenigen, die ihre Ausbildung abgeschlossen haben, sind mittlerweile in der Lage, mit ihrer Arbeit ihre Familien zu unterstützen.

c) Projekt „Freedom from hunger“

Auch das im Jahr 2020 begonnene Projekt „Freedom from hunger wurde weiter unterstützt. Wie bereits berichtet, hat ein ehemaliges Straßenkind zusammen mit ihrem Mann und inzwischen einer weiteren Helferin aufgrund der starken Not der Straßenkinder dieses Projekt gegründet. Freiwillige Helferinnen und Helfer stellen seither zweimal pro Woche stundenweise ein gemietetes Zelt in einem Park in Harare auf. Nach wie vor kommen etwa 40 hungernde und teilweise kranke Kinder im Alter von 3-16 Jahren, bekommen eine warme Mahlzeit und werden unterstützt bei dringend benötigen Arzt- und Klinikbesuchen. Auch Lebensmittelpakete wurden wieder ausgegeben und in unregelmäßigen Abständen wurden die Kinder am Nachmittag unterrichtet.

d) Die „St. Paul’s Musami“-Missionsstation in der Nähe von Harare, Simbabwe

Wie bereits berichtet, starb im Spätsommer 2022 Pater Karl Herrmann mit 65 Jahren plötzlich und unerwartet an den Folgen eines Kollaps. Zuletzt wirkte Pater Karl in der 80 km von Harare gelegenen St. Paul’s Musami Mission. Sein großes Anliegen war es, benachteiligten Kindern den Zugang zu schulischer Bildung zu ermöglichen und wir haben ihn seit 2011 regelmäßig mit Spendengeldern unterstützt. Pater Karl berichtete uns bei seinen Heimaturlauben und zeigte mit großer Begeisterung kleine Filme und Bilder von seinen „Schützlingen“ in Simbabwe. Wir bedauern seinen plötzlichen Tod sehr. Für das Stiftungsprojekt „St. Paul’s Musami Mission“ haben wir dadurch auch den direkten Ansprechpartner verloren, der für uns Garant war für den sorgsamen und dem Stiftungszweck entsprechenden Umgang mit dem überwiesenen Geld. Wir haben uns deshalb schweren Herzens entschlossen, in Zukunft keine Spenden mehr für dieses Projekt zu überweisen.

Falls Sie Fragen und Anregungen haben oder zusätzliche Informationen möchten, stehen wir Ihnen gern zur Verfügung.

Pater Karl Herrmann verstorben – Projekt St. Paul’s Musami Mission

Im Spätsommer 2022 erreichte uns die traurige Nachricht, dass Pater Karl Herrmann mit 65 Jahren plötzlich und unerwartet an den Folgen eines Kollaps verstarb. Er war der Ansprechpartner des von der Stiftung unterstützen Projekts der „St. Paul’s Musami Mission“ in der Nähe von Harare in Simbabwe.

Pater Karl Herrmann hat lange Jahre in Simbabwe gewirkt: Ab 2004 leitete er die Missionsstation St. Rupert Mayer im Bistum Chinhoyi, zu der neben der Pfarrei mehrere Schulen und ein Krankenhaus gehören. Im Jahr 2015 übernahm er dann die Leitung der Sacred-Heart-Mission in Banket (Diözese Chinhoyi) und kümmerte sich um rund 1600 Schülerinnen und Schülern verschiedener Schularten. Zuletzt wirkte Pater Karl in der 80 km von Harare gelegenen St. Paul’s Musami Mission.

Wir lernten Pater Karl im Jahr 2010 kennen, als er uns während seines Heimaturlaubs in Pfahldorf im Landkreis Eichstätt besuchte. Er hörte von unserer Stiftung und war auf der Suche nach Unterstützung für mittellose Kinder in seiner Missionsschule. Sein großes Anliegen war es, benachteiligten Kindern den Zugang zu schulischer Bildung zu ermöglichen. Als Vorstand der Stiftung entschlossen wir uns, die Anliegen von Pater Karl zu unterstützen und haben seit 2011 regelmäßig Stiftungsgelder an ihn überwiesen. Bei seinen weiteren Heimaturlauben besuchte er uns immer wieder und zeigte mit großer Begeisterung kleine Filme und Bilder von seinen „Schützlingen“ in Simbabwe.

Wir erlebten Pater Karl als großen Menschenfreund, der sich mit außergewöhnlichem Engagement für arme Kinder in seinem Wirkungsfeld einsetzte und bedauern seinen plötzlichen Tod sehr. Für das Stiftungsprojekt „St. Paul’s Musami Mission“ haben wir dadurch auch den direkten Ansprechpartner verloren, der für uns Garant war für den sorgsamen und dem Stiftungszweck entsprechenden Umgang mit dem überwiesenen Geld.

Link zur Todesanzeige der Familie Herrmann im Donaukuirer: https://trauer.donaukurier.de/traueranzeige/Karl-Herrmann/43795