Die Claudius Bayerl Stiftung besteht inzwischen seit 24 Jahren – sie wurde am 5.12.2001 als Vermächtnis unseres verstorbenen Sohnes Claudius Bayerl ins Leben gerufen. Mit diesem 24. Jahresbericht stellen wir die Aktivitäten im Jahr 2025 dar. In diesem Jahr lag das Spendenaufkommen bei über 20.000 € und gewährleistet die so wichtige und kontinuierliche Unterstützung für die Straßenkinder!
Einige Aktivitäten im Jahr 2025 sollen hier wieder besonders aufgeführt werden:
- Ein ganz herzliches Dankeschön geht an AmiciO, dem Verein zur Kinder- und Jugendförderung Oberstimm, e.V., für ihre großzügige Spende in Höhe von 600 Euro (siehe ausführlichen Bericht dazu)!
- Rainer Maier organisierte auch heuer wieder ein Benefizkonzert in der Wallfahrtskirche auf dem Kalvarienberg in Pobenhausen. Am Sonntag, den 14. September 2025 spielten zum einen das Tubaquartett „Tuba4“ und das Bassklarinettenquartett „BK4“ und begeisterten die Zuhörerinnen und Zuhörer in der vollbesetzten Kirche. Ganz herzlichen Dank an Rainer Maier für die Organisation des Konzerts, an die Musiker für ihr unentgeltliches Engagement für die Straßenkinder und an die Besucherinnen und Besucher für ihre Spenden.
- Familie Schweiger aus Oberstimm erzielte wieder eine stattliche Summe, indem sie auch 2025 viele Barthelmarktbesucher auf ihrem Anwesen parken ließ und um eine Spende für die Stiftung bat.
- Auf dem diesjährigen Christkindlmarkt in Oberstimm (29. und 30. November 2025) gab es zum dritten Mal einen Stand von Angelika Bayerl zugunsten unserer Straßenkinderprojekte. Der Verkauf von selbstgestalteten Karten sowie mit der „Dotting-Technik“ verzierte Büchlein und Steine und heuer auch von Baumperlenschmuck von Theresa Schwaiger brachte einen Erlös von etwa 1000.- €. Herzlichen Dank dafür!
- Auch 2025 wurden wieder mehrere „runde Geburtstagsfeiern“ im Freundes- und Verwandtenkreis gefeiert, wo die Jubilarinnen und Jubilare auf Geschenke verzichteten. Dadurch kamen große Summen für die Straßenkinder zusammen. An die Geburtstagskinder und an alle geladenen Gäste ein ganz herzliches Dankeschön für diese Großzügigkeit!
Die gespendeten Gelder wurden auch 2025 für die bereits bekannten Projekte verwendet:
1. Unterstützung von Straßenkindern in Parnaíba – im Nordosten Brasiliens
Im Nordosten Brasiliens hat sich die Lebenssituation der Menschen nicht verbessert; sie waren 2025 konfrontiert mit massiver Wasserknappheit. Das Amazonasbecken, das wasserreichste Gebiet der Erde, das sich über neun Bundesstaaten erstreckt, erlebt die schlimmste Trockenheit seit 120 Jahren. Die Pegelstände der wichtigsten Flüsse sind so schnell gesunken wie nie zuvor. Als Folge treten gravierende Schäden für Pflanzen und Tiere auf. Es gibt riesige Probleme für die Versorgung von Siedlungen und Städten über die Wasserwege. Auch die Zahl der obdachlosen Menschen steigt in Brasilien seit 2013 kontinuierlich an, v.a. im Nordosten, dem „Armenhaus“ Brasiliens. Hier liegt das Einkommen um 40 Prozent unter dem im Süden Brasiliens; aufgrund dieser prekären Situation gedeihen Kriminalität, Drogenkonsum und Prostitution – Straßenkinder sind diesen Gefahren am stärksten ausgesetzt. Auch die Kindersterblichkeit ist hier sehr hoch; viele Kinder sterben, bevor sie das sechste Lebensjahr erreicht haben. In der Küstenregion, die immer stärker vom internationalen Tourismus erschlossen wird, bieten sich mehr als 500.000 Mädchen als Prostituierte an. Zehn Millionen Kinder müssen sich ihren Lebensunterhalt selbst verdienen. Hunderttausende sog. „Nordestinos“ verlassen Jahr für Jahr die ländlichen Gebiete auf der Suche nach einer Zukunftsperspektive und landen sehr oft in den Elendsvierteln der Großstädte.
Millionen Menschen leben in unwürdiger, beschämender Armut und hungern. Nach wie vor kümmert sich Altbischof Alfredo Schäffler um die von ihm aufgebauten Sozialzentren, koordiniert deren Unterstützung, die Verteilung von Nahrungsmitteln, verwaltet die Spendengelder und ist für uns Ansprechpartner bzgl. der gespendeten Gelder. Täglich werden in den Sozialzentren hungernde Kinder mit einer warmen Mahlzeit und mit Wasser versorgt und betreut. Da wie beschrieben die Wasservorräte äußerst knapp sind, ist die Vergabe von Krediten zum Bau von Zisternen zum Sammeln von Trinkwasser weiterhin sehr nötig.
Auch das Programm zur Versorgung und Betreuung von jungen Frauen und deren Babys und Kleinkinder mit dem sogenannten „Vitaminbrei“ wurde weitergeführt. Die Unterstützung des durch Stiftungsgelder aufgebauten Sozialzentrums „São Claudio“ geht ebenfalls in gewohnter Weise weiter und die Nähkurse für Frauen werden weiter angeboten und sehr gern besucht.
2.Unterstützung von Straßenkindern in Simbabwe
Auch in Simbabwe ist nach wie vor keine Verbesserung der Lebenssituation zu erkennen: der Hunger ist allgegenwärtig und in Bezug auf die enorme Arbeitslosigkeit im Land hat sich nichts zum Positiven verändert. Die Inflationsrate ist immer noch sehr hoch, was erneute Preissteigerungen zur Folge hatte. In dieser prekären wirtschaftlichen Lage sind viele Eltern kaum mehr in der Lage, ihre Kinder mit Nahrung zu versorgen, geschweige denn, für Schulgeld oder medizinische Versorgung aufzukommen.
a) Unterstützung der Suppenküche „Trust Lord Orphan Care“ in Kambuzuma
In der Suppenküche „Lord Orphan Care“ in Kambuzuma, einem Vorort der Hauptstadt Harare, werden seit nunmehr 17 Jahren täglich etwa 100 Kinder und Jugendliche versorgt. Die Eltern dieser Kinder sind entweder extrem arm, verstorben oder sehr krank und können sich dadurch nicht um die Kinder kümmern. Oftmals leben diese Kinder in den armseligen Behausungen ihrer Verwandten, wo sie mehr geduldet als erwünscht sind. Engagierte ehrenamtlich tätige Helferinnen und Helfer, die teilweise selber als Waisenkinder aufgewachsen sind, kümmern sich darum, dass diese Kinder trotz der widrigen Lebensumstände morgens und abends mit warmer Nahrung versorgt werden. Auch am Nachmittag werden die Kinder betreut und bei ihren Hausaufgaben unterstützt. Für Schulgebühren, für Kleidung, warme Decken, für Seifen, Zahnbürsten und andere Hygieneartikel wird gesorgt. Den Kindern bliebe ohne das Essen und die Möglichkeit des Schulbesuchs nur das Betteln auf der Straße oder das Wühlen im Müll nach Essen und brauchbaren Gegenständen.
Wenn ein Kind krank ist, werden die Kosten für Arztbesuche und nötige Operationen von Spendengeldern bezahlt; z. B. wurde in diesem Jahr ein nahezu blinder Junge an einem Glaukom operiert und medikamentös weiterbetreut, wodurch seine Sehkraft deutlich zugenommen hat.
Neben dieser Versorgung wird für Jugendliche in der Suppenküche auch eine Art „Berufsberatung“ durchgeführt: sie werden über mögliche Ausbildungen informiert und beim Finden einer Ausbildungsstelle unterstützt. Diese berufliche Perspektive trägt dazu bei, den Kreislauf von Armut, Hunger und Betteln zu durchbrechen.
Weiterhin werden in der eingerichteten Nähwerkstatt Näherinnen ausgebildet und gefertigte Uniformen verkauft, wodurch Geld verdient werden kann für die Lebensmittel, die täglich verbraucht werden. Auch Schwesternhelferinnen, Köchinnen, Friseure, Gärtner, Köche und Schweißer wurden wieder ausgebildet. Eine ausgelernte Schneiderin hat vier neue Schülerinnen angenommen, die sie selber ausbilden kann.
b) Engagement für Kinder von blinden Müttern im Slumviertel von Epworth: „Ray of Vision“
Auch die Unterstützung der Kinder von blinden Müttern im Slumviertel Epworth, am Rande von Harare, ging 2025 weiter: Das seit 2016 angemietete kleine Haus mit Garten ist weiterhin ein wöchentlicher Treffpunkt für über 20 blinde Mütter mit ihre etwa 90 Kindern. Bei diesen Treffen der blinden Frauen findet der für sie sehr wichtige Austausch statt, es werden Informationen weitergegeben, es wird gesungen, gebetet und getanzt. Mittags kommen ihre Kinder aus der Schule und erhalten eine warme Mahlzeit. An drei Nachmittagen üben die Schülerinnen und Schüler lesen, schreiben und rechnen. Auch sie bekommen Kleidung und Hygieneartikel. Aufgrund der mehrjährigen Unterstützung ist es gelungen, das Betteln zu reduzieren. Die Bezahlung des Schulgeldes ist die Voraussetzung, dass die Kinder die Schule besuchen können.
Zusätzlich werden in diesem Haus über 20 Straßenkinder vom 2020 gegründeten Projekt „Freedom from hunger“ mit Nahrung versorgt. Wie bereits berichtet, hat ein ehemaliges Straßenkind zusammen mit ihrem Mann und inzwischen einer weiteren Helferin aufgrund der starken Not der Straßenkinder dieses Projekt gegründet. Freiwillige Helferinnen und Helfer versorgen hungernde und teilweise kranke Kinder im Alter von 3-16 Jahren. Sie bekommen eine warme Mahlzeit und werden unterstützt bei dringend benötigen Arzt- und Klinikbesuchen. Die Kinder werden von mehreren freiwilligen Frauen unterrichtet und die Familien der Kinder werden mit Lebensmitteln und mit warmen Decken für die kalten Winternächte versorgt.
Auch diese Jugendlichen werden beim Finden von Ausbildungsmöglichkeiten tatkräftig unterstützt und anfallende Ausbildungsgebühren können durch die Spendengelder bezahlt werden. Durch die berufliche Qualifizierung wächst bei den Jugendlichen das Selbstbewusstsein und sie sind zu Vorbildern für andere Heranwachsende geworden. Nach Abschluss ihrer Ausbildung sind sie fähig, mit der eigenen Arbeit ihre Herkunftsfamilien zu unterstützen.
Kontaktieren Sie uns gern für Fragen, Anregungen oder für zusätzliche Informationen!