18. Jahresbericht

2019

Die Claudius Bayerl Stiftung wurde am 5.12.2001 als Vermächtnis unseres verstorbenen Sohnes Claudius Bayerl ins Leben gerufen. Mit dem achtzehnten Jahresbericht stellen wir die Aktivitäten im Jahr 2019 dar. Ganz herzlich danken wir wieder allen Spenderinnen und Spendern für ihre großzügige Unterstützung der Stiftungsanliegen.

Das Spendenaufkommen in diesem Jahr lag bei fast 22.000 € – Geld, das wieder sehr viel bewirken konnte! Einige Aktivitäten im Jahr 2019 sollen hier besonders aufgeführt werden: Die Familie Schweiger aus Oberstimm konnte wieder eine stattliche Summe für die Stiftungsarbeit erzielen, da sie auch heuer viele Barthelmarktbesucher auf ihrem Anwesen parken ließen und dafür um eine Spende für die Stiftung bat. Schon zur Tradition geworden sind die jährlichen Spenden der  evangelischen Kirchengemeinde Manching:  auch in diesem Jahr kam die Kollekte des ökumenischen Gottesdienstes sowie des Jahresabschlussgottesdienstes den Straßenkindern zu Gute – ganz herzlichen Dank an den Kirchenvorstand und an die Kirchenbesucher. Ein großes Dankeschön ergeht auch wieder an das Zentrum für Zahnmedizin in Baar-Ebenhausen; erneut wurde gesammeltes Zahngold gespendet – dadurch konnte ein sehr großer Betrag für die Stiftungsarbeit erzielt werden.
Daneben waren wieder einige „runde Geburtstagsfeiern“ im Freundes- und Verwandtenkreis – die Jubilarinnen und Jubilare verzichteten auf Geschenke, wodurch große Summen für die Straßenkinder zusammenkamen. Ganz herzlichen Dank an die Geburtstagskinder und an alle geladenen Gäste für diese Großzügigkeit! Die gespendeten Gelder wurden auch heuer für die bereits bekannten Projekte verwendet:

1.Unterstützung von Straßenkindern in Parnaíba (im Nordosten Brasiliens)

Nach dem liberal-konservativen Interimspräsidenten Michel Temer übernahm ab 1. Januar 2019 der rechtsextreme Jair Bolsonaro als 38. Präsident Brasiliens das Regierungsamt. Trotz vieler Wahlkampf-Versprechen war die Wirtschaft im Jahr 2019 nicht auf Wachstumskurs, auch am Arbeitsmarkt bewegte sich kaum etwas. Die Schulden des Landes wurden nicht abgebaut und auch die Zahl der Armen stieg weiter an. Sehr in die Kritik geriet Bolsonaro durch die massive Abholzung des Amazonas-Urwaldes und durch die weitgehende Privatisierung von öffentlichen Aufgaben und der Infrastruktur. Die Einkommensunterschiede in Brasilien sind nach wie vor sehr groß. Die Armut, die Misswirtschaft, die hohe Arbeitslosigkeit, die schlechte medizinische Versorgung und die hohe Inflationsrate setzt den Menschen massiv zu. Nach wie vor leben viele Menschen im Land in extremer Armut, haben sehr schwierige hygienische Bedingungen und sind ständiger Gewalt ausgesetzt.


Bischof Juarez Sousa da Silva, der 2017 die Arbeit von Altbischof Alfredo Schäffler fortsetzte, sorgt als Leiter und Koordinator der aufgebauten Sozialzentren in seiner Diözese in Parnaíba dafür, dass hungernde Kinder weiterhin täglich mit warmem Essen versorgt werden und Betreuung bekommen. Auch die Kreditvergabe zum Bau von Zisternen läuft weiter, denn die Trockenheit im Nordosten Brasiliens ist nach wie vor ein großes Problem. Das Programm zur Versorgung und Betreuung von jungen Frauen und deren Babys und Kleinkindern mit dem sogenannten „Vitaminbrei“ wurde ebenfalls weiter erfolgreich durchgeführt. Im Sozialzentrum „São Claudio“, das im Jahr 2010 von Stiftungsgeldern gebaut werden konnte, wurden neben der Versorgung und Betreuung von Kindern auch 2019 die Nähkurse für Frauen weitergeführt.

2. Unterstützung von Kindern in Simbabwe, Afrika:

Simbabwe – einer der ärmsten Staaten der Welt –befand sich auch 2019 in einer massiven wirtschaftlichen Krise. Im Januar 2019 eskalierte die insgesamt sehr kritische Situation in gewaltsamen Protesten, die sich vor allem gegen das teure Benzin richteten. Darauf reagierte die Regierung mit Folter, Körperverletzungen und Tötungen der Aufständischen durch das Militär. Im Februar 2019 wurden die 2017 eingeführten Schuldscheine durch die neue Währung des RTGS-Dollar (Real-Time Gross Settlement) ersetzt. Allerdings brachte die neue Währung keinerlei Stabilität und die überstarke Inflation konnte bisher nicht eingedämmt werden. Die Preise von Gütern und Dienstleistungen steigen weiter und es mangelt insbesondere an Medikamenten, an Benzin und an Grundnahrungsmitteln. Daneben gibt es kaum medizinische Versorgung.

a) Unterstützung der Suppenküche „Trust Lord Orphan Care“ in Kambuzuma

Auch im Jahr 2019 wurde die Suppenküche „Trust Lord Orphan Care“ in Kambuzuma, einem Stadtteil von Harare, wieder finanziell unterstützt: Zwischen 80 und 100 Kinder und Jugendliche werden hier täglich mit Nahrung versorgt. Auch für das anfallende Schulgeld der Kinder, für Kleidung und ärztliche Versorgung wurden Spendengelder verwendet. Nach wie vor werden die Kinder auch am Nachmittag betreut. In der Nähwerkstatt werden weiter Jugendliche ausgebildet und einige absolvieren eine einjährige Gärtnerausbildung. Auch der Gemüseanbau und die Hühnerzucht werden betrieben.

b) Engagement für Kinder von blinden Müttern im Slumviertel Epworth
In der Nähe von Harare befindet sich auch das Slumviertel Epworth; seit 2016 wird hier ein Projekt unterstützt, das 22 blinde Mütter und ihre inzwischen 90 Kinder unterstützt. In einem kleinen Zentrum treffen sich die blinden Mütter mit ihren Kindern einmal wöchentlich und werden dort mit Lebensmitteln und Schulgeld unterstützt. Ziel dieser Unterstützung ist es, dass die blinden Mütter, die von ihren Kindern geführt werden, nicht mehr tagtäglich in den Straßen von Harare betteln müssen. 50 der Kinder können so im Moment regemäßig die Schule besuchen. Kleine Kinder erhalten Vorschulunterricht und Mütter werden in das wichtige Thema Familienplanung eingeführt. Der große Garten, der um das Haus angelegt wurde, wird gepflegt und bearbeitet und liefert wertvolles Obst und Gemüse.

c) Die Jesuiten Missionsstation in Banket, Simbabwe
Pater Karl Herrmann, der die letzten Jahre in der St. Rupert Mayer-Missionsstation (ca. 90 Kilometer südwestlich der Provinz- und Bischofsstadt Chinhoyi) wirkte, wurde inzwischen in die Jesuiten Mission „Sacred Heart“ in Banket versetzt. Die Missionsstation hat einen Kindergarten und eine Grundschule mit insgesamt etwa 1100 Kindern und ein Kolleg, das die Jugendlichen bis zum Abitur besuchen können. Durch Spendengelder konnten armen Kindern das Schulgeld und die Prüfungsgebühr bezahlt werden, um ihnen den Besuch der Schule zu ermöglichen. Durch die bereits erwähnte Lebensmittelknappheit wird jedoch auch die Unterstützung mit Grundnahrungsmitteln immer dringender, damit Kinder aus armen Verhältnissen überleben können.

Falls Sie Fragen, Anregungen und zusätzliche Informationen möchten, stehen wir Ihnen gern zur Verfügung.